Die Jungfreisinnigen Ausserrhoden (JFAR) stellten an der zweiten Hauptversammlung ihrer noch jungen Geschichte wichtige personelle Weichen. Vor allem aber fassten sie Parolen zu den eidgenössischen Vorlagen und zur Proporzinitiative. Die JFAR lehnen die Proporzinitiative einstimmig ab.
Die Mitglieder der Jungfreisinnigen Ausserrhoden erschienen zahlreich zu ihrer zweiten Hauptversammlung (nach der Gründung im September 2007). Präsident Andrea Claudio Caroni konnte bereits auf ein äusserst ereignisreiches und spannendes „Vereinsjahr“ zurückblicken. Glanzvoller Höhepunkt war zweifellos die vielbeachtete Gründungsfeier mit Bundesrat Merz und viel weiterer politischer Prominenz vom 16. Februar 2008.
Neue Vorstandsmitglieder
Die Versammlung wählte mit Kevin Friedauer (Walzenhausen) und Lukas Bruderer (Herisau) einstimmig zwei weitere junge und engagierte Mitglieder in den Vorstand. Die Wahl war notwendig geworden, nachdem Gründungssekretär Reto Degen seinen Rücktritt als Vorstandsmitglied bekannt gegeben hatte. Mit erst 28 Jahren wurde Reto Degen zum Abteilungsleiter befördert, wozu ihm die JFAR sehr herzlich gratulieren. Die JFAR nehmen mit grosser Freude zur Kenntnis, dass sich unter den Vereinsmitgliedern fähige Persönlichkeiten befinden, die Lust haben, sich aktiv für junge, freisinnige Politik zu engagieren.
Zusätzlich nominierte die Partei eine Reihe von Delegierten, welche die JFAR bei der schweizerischen
Mutterpartei sowie beim Jungfreisinn Schweiz vertreten. Auch auf kantonaler Ebene wurden Delegierte nominiert. Sie vertreten die JFAR sowohl in der Parteileitung der FDP AR als auch an den Delegiertenversammlungen. Die JFAR sind damit kantonal und schweizweit bereits tief verwurzelt.
Nein zum Proporz
Nach diesen organisatorischen und personellen Fragen ging es anschliessend um die Abstimmungsvorlagen vom 1. Juni 2008. Die JFAR fassten einstimmig die Nein-Parole zur Proporz-Initiative. Nach überzeugter Meinung der Jungfreisinnigen gewinnen die Jungen im Kanton nichts, wenn Wahlen zukünftig nach dem Proporz-Verfahren durchgeführt würden. Im Gegenteil! Aus Sicht der jungen und aufstrebenden jungfreisinnigen Partei sind nur Nachteile zu erwarten.
Erstens: Proporzwahlen sind Geldwahlen. Gerade eine junge und kleine Partei verfügt bei Weitem nicht über die finanziellen Möglichkeiten, einen teuren Wahlkampf mit Plakaten und Inseraten über alle Gemeinden hinweg führen zu können. In Zukunft würde sich die Politik auf jene Parteien beschränken, welche über grosse finanzielle Mittel verfügen. Junge könnten sich Politik schlichtweg nicht mehr leisten.
Zweitens: Junge Ausserrhoder wollen Persönlichkeiten wählen, nicht Listen und Parteisoldaten. Es gehört zum ureigenen Kern des Freisinns, dass das freie Denken des einzelnen Menschen im Zentrum steht. Gerade wegen dieser langen Tradition des freien und unabhängigen Denkens sind die JFAR überzeugt, dass dem Stimmvolk auch weiterhin denkende Menschen anstatt anonyme Parteilisten und –programme zur Wahl vorgelegt werden sollten. Die junge Partei ist im Übrigen stolz darauf, in den eigenen Reihen fähige Persönlichkeiten zu haben, die wegen ihres Engagements von der Bevölkerung gewählt werden und nicht wegen der Parteizugehörigkeit. Die JFAR verstecken sich nicht auf Listen, sondern zeigen sich stolz der Bevölkerung.
Drittens: Der Proporz ist für die Jungen ein leeres Versprechen: Die Erfahrung von Herisau, das nach dem Proporzverfahren wählt, zeigt, dass für eine Jungpartei keinerlei Vorteile zu erwarten sind. Junge Volksvertreter wurden in Herisau noch nie in den Kantonsrat gewählt. Die jüngsten Kantonsräte stammen allesamt aus Majorzgemeinden. Was es braucht, sind fähige Leute.
Aus diesen Gründen empfehlen die JFAR klar und deutlich ein Nein zur Proporz-Initiative. Die JFAR haben die Leute und die Ideen, um die Ausserrhoder Politik mitzugestalten. Und sie werden mitmachen. Gerade mit und nicht trotz des bewährten Majorz-Verfahrens.
Eigenössische Abstimmungen: 2 Nein, 1 Ja
Zum Abschluss fassten die Jungfreisinnigen sodann die eidgenössischen Parolen. Die JFAR lehnen die so genannte „Maulkorbinitiative“ (Volkssouveränität statt Behördenpropaganda) und die Einbürgerungsinitiative ab. Hingegen empfiehlt die jungfreisinnige Partei, die Gesundheitsinitiative „Für Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Krankenversicherung“ anzunehmen.